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Über die Gründung dieses Hauses ist leider nur wenig vermerkt. Sicher
aber ist, daß der Adler immer schon ein herrschaftliches Haus war.
Um den Zusammenhang herzustellen müssen wir etwas weiter
ausholen. Seit etwa 1300 ist die Herrschaft Mittelbiberach als
kaiserliche Reichsvogtei an einen Vogt verliehen, der als Grundherr
auch die niedere Gerichtsbarkeit auszuüben hatte. Als Zeichen seiner
Macht war mit diesem Amt eine Burg oder auch nur ein Turm als
Wohnung und eine Amtswiesen als amtliche Vorsorge zur Unabhängigkeit
verbunden. Der Vogt hatte ähnlich wie der Maier
ursprünglich keinen Anteil an den Gemeindegerechtigkeiten zu Dorf,
Feld und Wald. Eben diese Amtswiesen, werden heute noch als
Embtwiesen bezeichnet, von der Mundart her aber fälschlicher
Weise dem Öhmd, (2. getrockneter Grasschnitt) zugeschrieben.
Eben am damaligen Rand der ehemaligen Amtswiese und an die
Straße nach Biberach wurde dieses heutige Gasthaus Adler platziert.
Ursprünglich beherbergte das Haus wohl Bedienstete des Vogtes,
die in der Kanzlei, der Landwirtschaft und der Hauswirtschaft des
Schloßgutes tätig waren. Einer der Bewohner war es wohl, der mit
Genehmigung der Herrschaft dort nun Gäste beherbergte und Speisen
und Getränke angeboten hatte. Es war eine sogenannte Lehenstafern
geworden (auf deutsch: ein Tafeltisch der pachtweise verliehen wird).
Natürlich wurden im Laufe der Jahre weitere Gestattungen hinzugenommen
wie etwa das Bier brauen, das Metzgen, das Brot backen,
Branntwein brennen usw. Die Herrschaft überwachte die genannten
Dienstleistungen, so mußte zum Beispiel von jedem Sud Bier 2 Maß
an die Herrschaft geliefert werden.
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Auf diesem Bild sehen wir das Anwesen Adler, wie es sich nach dem
Brand 1820 darstellt. Der Brand ging damals von der Brauerei ausgehend
auf das Ökonomiegebäude des Adlers und auf weitere 5-6
Häuser über, so daß 10 Familien obdachlos waren. Das seit 1820 fast
unveränderte landwirtschaftliche Anwesen wurde in den 1970iger
Jahren abgebrochen um Hofraum für die Wirtschaft zu gewinnen.
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Der 1998 neu gestaltete "Adlerplatz" mit dem "Ulrika-Brunnen" war für
die Planer wie für die Bauherren eine schwierige Aufgabe. Es mußte an
den alten Landgasthof eine neue ländlich anmutende Geschäfts- und
Wohnanlage konstruiert werden. Wir müssen aber bestätigen, daß
dieses Ensemble sehr gut gelungen ist und sich Kunden, Gäste und
Bewohner darin ebenfalls sehr wohl fühlen. In diesem Zusammenhang
wurde auch der Landgasthof dem Umfeld angepaßt, ohne seine historische
Baumasse zu verändern. Behutsame Modernisierung brachte das
ehrwürdige Bauwerk auf den heutigen Standart an Comfort und
Behaglichkeit. Eine Sonnenterrasse an der Südwestseite läßt den Blick
offen für den Innenhof der Anlage, dessen Mittelpunkt der aus beigem
Kalkstein von der Insel Korcula gestalteten Brunnen der als Zierde das
Bildnis der in Mittelbiberach geborenen Seligen Ulrika Nisch trägt. |